Schade, dass erst tagelang strenger Frost mit Temperaturen unter -20 °C herrschen und obdachlose Menschen erfrieren mussten, damit die Ärmsten unserer Gesellschaft mal wieder in den Focus der Aufmerksamkeit geraten. Dass es Obdachlosigkeit und Straßenkinder gibt, die sich durch Betteln ihren Lebensunterhalt verdienen und auf Parkbänken oder in leerstehenden Schuppen und Gebäuden übernachten, weiß jeder. Doch die meisten sehen weg, wenn sie solchen Menschen in Not begegnen, geben nur selten ein Almosen oder bieten ihre Hilfe an.
Durch die eisige Kälte, die tagelang in Deutschland herrschte, sind einige jedoch aufmerksamer geworden, erinnern sich an das Wort Solidarität, sprechen Menschen an, die auf Parkbänken oder auf dem Bürgersteig sitzen und fragen bei Kirchen oder den Behörden nach, wie man solchen Menschen helfen kann.
Allein in der Bankenmetropole Frankfurt haben mehr als 2000 Menschen kein Dach über dem Kopf. Viele von ihnen nutzen zwar die Angebote von Obdachlosenheimen und Kirchen, doch einige wollen einfach ihr Revier und ihren Stammplatz nicht verlassen, haben Angst vor Fragen, Bevormundung oder der Enge und den großen Menschenansammlungen in den Wärmestuben. Ca. 10 % der Frankfurter Obdachlosen verbringt seine Tage und Nächte also tatsächlich im Freien.
Um diesen Menschen in diesen extremen Witterungssituationen zu helfen, haben wir uns mit einer mobilen Wärmestube und Essensversorgung auf den Weg gemacht, spüren die Obdachlosen, auch Dank zahlreicher Hinweise aus der Bevölkerung oder von anderen Obdachlosen, in ihren Verstecken auf, bieten ihnen heiße Getränke und Mahlzeiten an, wärmende Kleidung und wenn sie wollen auch einen Platz in unserem warmen Wohnmobil. Jeden Tag erwarten uns mehr Obdachlose, wenn wir mit dem Bus ankommen, obwohl wir bereits 5 verschiedene Stadtgebiete anfahren. Das ist einerseits erfreulich, andererseits aber auch erschreckend, da niemand sagen kann, wie viele Obdachlose es wirklich gibt.
Hier berichtet die Soligruppe Frankfurt von ihrem etwas anderen Winterdienst, der aber sicher auch noch nach Frühlingsanfang weitergehen wird.